“Es gibt ein Leben nach dem Tod”

Franz Dschulnigg

Franz Dschulnigg ist Eigner des YouTube-Kanals „Empirische Jenseitsforschung“, auf dem Menschen von ihren Nahtoderfahrungen und besonderen Wahrnehmungen berichten. Zu sehen sind etwa 200 Videos, die in den letzten zwölf Jahren von ihm gedreht und hochgeladen wurden. Franz Dschulniggs Ziel ist es, das Thema Tod zu enttabuisieren und in die Gegenwart zu holen.

Ich freue mich, dass Herr Dschulnigg sich die Zeit genommen hat, meine Fragen zu beantworten.

Herr Dschulnigg, seit wann beschäftigen Sie sich mit den Themen Sterben und Tod und wie kamen Sie dazu, sich so intensiv mit den schwierigsten Momenten im Leben eines jeden Menschen zu befassen?

Franz Dschulnigg: Das Thema “Jenseits und Leben nach dem Tode” interessiert mich schon seit meiner Kindheit. Ich bin in einer katholischen Familie aufgewachsen und da war ab und zu die Rede von armen Seelen, also Verstorbenen, die da mehr oder weniger glücklich im Jenseits weiterleben. Man betete für diese, aber man befasste sich nicht weiter mit dem Thema “Jenseits und  Leben nach dem Tode”. Insgesamt hatte man im katholischen Glauben sehr unklare Jenseitsvorstellungen und es ist bis heute nicht besser geworden. 

Mit etwa 20 Jahren habe ich begonnen, die verfügbaren Bücher über diese Thematik zu lesen. Zu dieser Zeit erschienen auch die Bücher von Dr. Elisabeth Kübler-Ross und Dr. Raymond Moody über Nahtoderfahrungen. Beeindruckt hat mich auch das Buch von Arthur Ford : “Bericht vom Leben nach dem Tode”. Ein deutscher Jenseitsforscher, der in diesen Fragen der Zeit weit voraus war,  hiess Dr. Emil Mattiesen.

Dr. Mattiesen veröffentlichte in den Jahren 1936 – 39 sein dreibändiges Werk mit dem Titel : “Das persönliche Überleben des Todes”, in dem er damals schon verschiedene Arten von spirituellen Erfahrungen beschrieben und analysiert hatte. Leider fanden diese Bücher durch den Kriegsausbruch nicht die Beachtung, die sie verdient hätten. Aber es ist ein Beleg, dass solche existentiellen Fragen auch damals schon aktuell waren.

Grablaterne
Das Thema Tod enttabuisieren
Foto: Achim Beiermann

Sie haben in der Vergangenheit sehr viele Menschen interviewt, die in Todesnähe besondere Erlebnisse hatten. Wenn Sie deren eindrucksvolle Schilderungen rückblickend zusammenfassend betrachten – was hat das mit Ihnen persönlich gemacht? Hat sich beispielsweise Ihre eigene Einstellung zum Tod verändert und wenn ja, inwiefern?

Franz Dschulnigg: Ich bin klar der Meinung, dass es ein Jenseits und ein Leben nach dem Tode gibt. Heute ist es so, dass die Wissenschaft Nahtod- und andere spirituelle Erfahrungen als Phänomen akzeptiert, aber sich beharrlich weigert, diese als Belege für die Existenz einer jenseitigen Welt und ein Leben nach dem Tode anzunehmen. Das ist dieselbe Wissenschaft, die glaubt, dass die Natur aus verschiedenen Zufällen entstanden sein soll – also dass aus einem Chaos aus Zufall eine Ordnung mit höchster Komplexität entstanden ist.

Wir werden – wenn wir in der jenseitigen Welt ankommen sind – auch alle jene wiedersehen, die uns im Sterben vorausgegangen sind.

Jeder Mensch weiß, dass im eigenen Haus nie aus Zufall eine Ordnung entsteht, es braucht dazu Planung und Arbeit, um eine schöne Ordnung zu gestalten. Um also an eine Evolutionstheorie zu glauben (ja –  es ist auch ein Glauben), muss man schon sehr viel Logik und Fakten verdrängen. Personen, die eine Nahtoderfahrung gehabt haben, sagen mir, ich muss nicht mehr glauben, dass es ein Jenseits gibt – denn durch ihre Erfahrung wissen sie es jetzt.

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All diese Erfahrungen bestärken mich in der Überzeugung, dass es jenseitige Welten gibt, wo jede Form von Leben weiterlebt. Wir werden – wenn wir auch dort ankommen sind – dann auch alle jene wiedersehen, die uns im Sterben vorausgegangen sind.

Wie kommen Sie in Kontakt mit den Menschen, die Todesnähe-Erfahrungen erlebt haben?

Franz Dschulnigg: Durch das Internet ist es heutzutage einfacher, Menschen mit einer Nahtod- oder einer spirituellen Erfahrung zu finden. So bin ich immer auf der Suche nach Menschen mit besonderen Erfahrungen. Es gibt auch Betroffene, die ihre Erfahrung lieber für sich behalten wollen – das ist auch gut so. Aber es gibt jene, die gerne davon erzählen und es in die Welt hinaustragen wollen. Diesen gebe ich mit meinem Kanal eine Plattform, damit sie jene erreichen können, die an solchen Erfahrungen interessiert sind.

Ich selbst bin langjähriger Abonnent Ihres Kanals und immer wieder von Ihren Beiträgen fasziniert, da sie mich in meinem Glauben an ein Weiterleben nach dem Tod bestärken. Trotzdem bleibt natürlich ein Haken: Die Menschen, die von Ihren Erlebnissen berichten, waren ihrem eigenen Tod „nur“ sehr nahe, aber sie waren nicht wirklich tot. Ist das nicht auch für Sie ein Dilemma, das letztlich immer bleiben wird?

Franz Dschulnigg: Es gibt Menschen, die “aus Prinzip” nicht glauben wollen, dass es ein Jenseits gibt –  wahrscheinlich auch dann nicht, wenn man ihnen Beweise vorlegen könnte. Es passt einfach nicht in ihr Weltbild. Aber jeder Mensch hat einen freien Willen und kann denken und glauben, was er möchte. Solche, die nicht glauben wollen, schauen auch keine Interviews über Nahtoderfahrungen und sie haben immer eine Ausrede, warum das für sie nicht glaubhaft ist.

Mit dem Sterben beginnt eine Heimkehr in die wahre, geistige Heimat
Foto: Achim Beiermann

Das Argument, dass ein Mensch bei einer Nahtoderfahrung noch nicht gestorben ist, gehört aus meiner Sicht in diese Kategorie. Beim irdischen Tode bleibt der Geist ja lebendig. Sterben ist in diesem Sinne kein Tod, sondern nur ein Übergang in die andere, geistige Wirklichkeit. Dabei wird nur der irdische Körper abgelegt, so wie ein altes Kleid, aber der Geist mit seinem feinstoffliche Körper ist lebendiger als je zuvor, denn er ist von der irdischen Schwere befreit. Es ist – wie es einige beschreiben – wie eine Heimkehr in ihre wahre, geistige Heimat.

Wie würden Sie den folgenden Satz fortsetzen? “Gebet ist für mich…”

Franz Dschulnigg: Gebet ist für mich ein Weg, um eine Verbindung mit der göttlichen Welt aufzunehmen. 

Man darf um göttlichen Schutz und Hilfe im Leben bitten – und man sollte dabei auch etwas beharrlich bleiben und die Geduld nicht verlieren – auch die jenseitigen Helfer brauchen Zeit, um etwas in bessere Bahnen zu lenken. Das Leben ist ja nicht immer einfach, aber durch Gebete kann man Kraft und Unterstützung aus der göttlichen Welt gewinnen. Kein Mensch bleibt im Leben von der jenseitigen Welt unbeachtet, so muss man manchmal zuerst um etwas bitten, bevor es gegeben wird. 

Ich danke für das Gespräch.

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