Lukas Gubler ist Teenie- und Jugendreferent der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde „Treffpunkt Leben“ in Erkrath, einer Kleinstadt in der Nähe Düsseldorfs.
Ich freue mich, dass Lukas Gubler sich die Zeit genommen hat, meine Fragen zu beantworten.
Herr Gubler, die Freie Evangelische Gemeinde in Erkrath nennt sich „Treffpunkt Leben“ – im Gegensatz zu anderen kirchlichen Gemeinden eine außergewöhnliche Bezeichnung. Was hat Sie zu diesem Namen inspiriert?
Lukas Gubler: Ich bin nun seit über fünf Jahren Teil der Treffpunkt-Leben-Gemeinde und darf auf den Schultern derer, die die Gemeinde vor über 30Jahren gegründet haben, ihren Dienst fortsetzten. Die Gemeinde nannte sich – bevor sie „Treffpunkt Leben“ hieß – „Kellerkirche“; einfach aus dem Grund, weil sich die Menschen damals noch im Keller einer Familie getroffen haben. Nachdem der Keller von seiner Größe nicht mehr ausgereicht hat und die Gemeinde umgezogen ist, musste ein neuer Name her, der das Anliegen der Kirche spiegelt.
Schon immer war es der Wunsch der Gemeinde eine Gemeinschaft aus allen Generationen zu sein, die Jesus in den Mittelpunkt stellt und gemeinsam das Leben teilt. Das Leben soll pulsieren. Daher der Name Treffpunkt Leben – er ist bis heute Programm.
Wie sind Sie Pastor der Treffpunkt-Leben-Gemeinde geworden? Haben Sie zunächst Evangelische Theologie studiert?
Lukas Gubler: Ja, das ist richtig. Während meiner 3-jährigen Ausbildung zum Gemeindereferent an der Biblisch Theologischen Akademie Wiedenest (private Hochschule) durfte ich im Rahmen eines Praktikums die Treffpunkt Leben Gemeinde in Erkrath kennenlernen. Während des Praktikums wurde mir schnell klar, dass die Gemeinde ein großes Herz für die Junge Generation hat. So hat dann Eins zum Anderen geführt und ich durfte ein Jahr nach meinem Praktikum als Jugendreferent in der Gemeinde starten.
Meine Frau ist Deutsch- und Religionslehrerin am Gymnasium am Neandertal in Erkrath. In diesem Zusammenhang hat sie auch schon Gottesdienste Ihrer Treffpunkt Leben-Gemeinde besucht und war überrascht, in welchem Maße Sie Jugendliche ansprechen und diese für den Gottesdienst zu begeistern vermögen. Können Sie uns Ihr „Rezept“ verraten?
Lukas Gubler: Schon den Gründern unserer Gemeinde war es ein großes Anliegen, in die junge Generation zu investieren – und das ist bis heute so geblieben. So wurde zum Beispiel schon früh eine Stelle für einen Jugendpastor geschaffen. Wir glauben: Leidenschaftliche junge Menschen können Gleichaltrige und Jüngere schnell begeistern und ein Feuer in ihnen entfachen.
Ein weiteres Beispiel: Während der Corona-Pandemie wurde der Gemeinde schnell bewusst, dass diese Zeit nicht spurlos an Kindern und Jugendlichen vorbeigehen würde. Durch die Einschränkungen konnten kaum Angebote in Präsenz stattfinden, und die Gemeindeleitung sah die Not, darauf zu reagieren. Während einer Gebets- und Fastenwoche wurde deshalb intensiv für die junge Generation gebetet – für Gottes Gegenwart, Schutz und Versorgung, und dafür, dass Jugendliche nicht verloren gehen, sondern ihren Weg zurück in die Gemeinde finden. Heute sehen wir, dass diese Gebete einen Unterschied gemacht haben und Gott gnädig mit uns war.
Zum Schluss noch ein Blick in meinen Arbeitsalltag: Ich versuche, den Jugendlichen nahe zu sein – sie zu verstehen, einer von ihnen zu sein. Ich möchte dazulernen, nicht stehen bleiben, mir ihre Sprache aneignen. Ich sehe mich nicht als das große Vorbild, sondern als einen authentischen Begleiter. Mein größter Wunsch ist es, Jugendliche freizusetzen: ihnen also den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung zu ermöglichen – sei es im Glauben, in ihrer Persönlichkeit oder in ihren Stärken. Das spiegelt sich auch in unseren Angeboten und Gottesdiensten wieder.
Wie verstehen Sie Ihre Aufgabe als Pastor in Ihrer Gemeinde und inwiefern arbeiten Sie im Team?
Lukas Gubler: Meine Aufgabe als Pastor liegt im Bereich „NextGen“ – also der nächsten Generation. In der Treffpunkt-Leben-Gemeinde umfasst das die Altersgruppe der 13- bis 35-Jährigen.
Meine Stärken liegen in der Entwicklung von Menschen und Angeboten, und genau das spiegelt sich auch in meinen Aufgaben wider: Ich treffe mich wöchentlich mit Menschen, die ich eng begleite und coache. Außerdem sorge ich dafür, dass die regelmäßigen Angebote für Teenager, Jugendliche und junge Erwachsene laufen, setze neue Leiter ein und entwickle diese Angebote gemeinsam mit ihnen weiter.
Wenn ich nicht gerade eine Predigt oder andere Inhalte vorbereite, arbeite ich fast ausschließlich im Team. Die regelmäßigen Angebote sind nur möglich, weil engagierte Menschen sich ehrenamtlich einbringen. Das gilt nicht nur für meinen Bereich – auch in der Gesamtgemeinde bin ich Teil eines großen Teams von Angestellten und noch größerer Zahl an Ehrenamtlichen. Gemeinsam tragen wir unseren Auftrag, unsere Vision und unsere Werte (treffpunkt-leben.com/wir-sind/#vision).
Wie würden Sie den folgenden Satz fortsetzen: „Gebet bedeutet für mich …“
Lukas Gubler: Gebet bedeutet für mich, mit Gott in Verbindung zu treten.
Ich weiß und glaube, dass er jeden Tag bei mir ist – weil er es versprochen hat. Im Laufe des Tages nehme ich mir immer wieder Momente, um innezuhalten und dieses Versprechen bewusst wahrzunehmen – Gott wahrzunehmen.
Beim Beten versuche ich (auch wenn das nicht immer gelingt 😉), in die Gegenwart Gottes zu kommen. Er ist da – den ganzen Tag über lässt er mich nicht allein. Doch oft ist meine Aufmerksamkeit woanders: Ich denke an gestern, mache mir Sorgen um morgen oder stecke mitten in meinen To-dos, die ich heute noch erledigen möchte.
Gebet bedeutet für mich, meine Aufmerksamkeit ganz bewusst ins Hier und Jetzt zu richten, denn den lebendigen Gott finde ich nur im Moment, in seiner Gegenwart. Dort schöpfe ich neue Kraft, teile mit ihm, was mich bewegt – und bin einfach bei ihm.








