Er ist mein Fels, meine Hilfe und mein Schutz, dass ich gewiss nicht wanken werde.
Psalm 62,2
In einer Welt, die sich ständig verändert, in der Kriege uns ängstigen und Gewissheiten schwinden, sehnen wir uns nach einem festen Halt, der trägt. David verwendet in diesem Vers drei kraftvolle Bilder, um zu beschreiben, was Gott für ihn ist: Fels, Hilfe und Schutz. Jedes dieser Bilder spricht eine andere Dimension unseres Bedürfnisses nach Halt an.
Gott als Fels
Ein Fels steht unverrückbar. Stürme können toben, Wasser kann an ihm hochschlagen, doch er bleibt stehen. Er verändert sich nicht mit den Umständen. Er ist beständig, solide, verlässlich. Wenn David Gott als seinen Fels bezeichnet, dann bekennt er, dass es in einer Welt voller Unsicherheit einen festen Grund gibt, auf dem man sicher stehen kann.
Wie oft erleben wir, dass das, worauf wir fest gebaut haben, plötzlich wegbricht. Beziehungen zerbrechen, Gesundheit schwindet, Pläne scheitern und/oder Sicherheiten erweisen sich als trügerisch. Doch Gott bleibt bei allen Unwägbarkeiten. Er ist der einzige wirklich unveränderliche Grund in unserem Leben. Nicht weil unser Glaube so stark wäre, sondern weil Gott selbst so fest und zuverlässig ist.
Gott als Hilfe
Das Bild des Felsens könnte kalt und distanziert wirken, halt wie ein unbeweglicher Stein. Doch David fügt hinzu: „meine Hilfe“. Gott ist also nicht nur passiv da, sondern er greift auch aktiv ein. Er ist keine abstrakte Wahrheit, die im Hintergrund wirkt, sondern eine lebendige Gegenwart, die uns beisteht.
„Hilfe“ bedeutet im Hebräischen mehr als nur Unterstützung. Es meint Rettung in höchster Not ebenso wie das Eingreifen, wenn wir am Ende unserer Kräfte sind. Gott hilft nicht nur ein bisschen, er rettet. Er lässt uns nicht fallen, wenn wir nicht mehr weiterwissen. Er kommt zu Hilfe, wenn wir rufen, aber oft auch dann, wenn wir schon nicht mehr um Hilfe und Halt rufen können.
Gott als Schutz
Das dritte Bild ist der Schutz. In einer gefährlichen Welt brauchen wir einen Zufluchtsort. Einen Ort, an dem wir sicher sind, an dem uns nichts mehr bedrohen kann. Gott ist dieser Schutzraum. Bei ihm dürfen wir aufatmen und uns sammeln, denn bei ihm müssen wir nicht ständig auf der Hut sein.
Dieser Schutz bedeutet nicht, dass uns nichts Schweres mehr begegnet. David selbst musste oft fliehen und wurde verfolgt. Aber er wusste, dass in allem Gott sein Schutz ist. Auch im Leiden umgibt mich seine Gegenwart und selbst in größter Gefahr bin ich bei ihm geborgen.
Dass ich gewiss nicht wanken werde
Und dann kommt die Konsequenz all dessen: „dass ich gewiss nicht wanken werde“. Dieses „gewiss“ ist bemerkenswert. David spricht mit Überzeugung. Nicht weil er sich selbst so sicher wäre, sondern weil Gott so zuverlässig ist.
„Nicht wanken“ bedeutet, nicht aus dem Gleichgewicht zu geraten, nicht umzufallen oder den Halt zu verlieren. Das Leben mag uns zwar durchschütteln und Stürme mögen umtosen, aber wir fallen nicht, weil wir auf einem Fels stehen, der nicht wankt.
Das heißt auch nicht, dass wir nie Angst haben oder nie zweifeln. Aber es bedeutet: Unter all dem Schwanken unserer Gefühle und Umstände gibt es einen festen Grund, der trägt. Wir mögen uns manchmal wankend fühlen, aber wir werden nicht umgeworfen, weil Gott uns hält.
Eine Einladung zum Vertrauen
Dieser Vers ist eine Einladung, uns auf Gott zu besinnen. Ihm zu vertrauen, auch wenn alles um uns herum unsicher ist. Ihn als unseren Fels, unsere Hilfe und unseren Schutz anzunehmen – nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch im Alltag, zum Beispiel in einem Gebet.
Wenn du gerade das Gefühl hast, dass alles wankt, dann darfst du wissen: Es gibt einen festen Grund. Gott selbst ist dieser Grund. Du darfst dich auf ihn werfen, dich an ihn klammern, bei ihm Zuflucht suchen: Er wird dich halten.








