Markus Berghahn ist selbständig als Finanzcoach tätig. Im Oktober 2015 gründete er unter dem Dach des Erzbischöflichen Stiftungszentrums in Köln, in der Rechtsform einer Treuhandstiftung, die BGHDUS Stiftung – Wissensstiftung. Das Kürzel BGH steht für seinen Namen, DUS für seinen Standort Düsseldorf. Für Markus Berghahn bedeutet Bildung weit mehr als schulisches Wissen. Sie umfasst für ihn ebenso Herzensbildung, Mut, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit, das eigene Wissen zum Wohl anderer einzusetzen.
Bleib nicht liegen auf dem Bett deiner Begründungen. Hör einfach auf den Impuls Jesu. Du wirst sehen: Es geht!
Herr Berghahn, Ihr Lebensmotto lautet: „Steh auf, nimm dein Bett und geh!“ Was bedeutet dieser Bibelvers ganz persönlich für Sie?
Markus Berghahn: Mir machen diese Bibelszene und das Zitat in herausfordernden Zeiten und Rückschlägen immer wieder Mut weiterzumachen. Leider treffe ich öfters auf Menschen, denen es besser gehen könnte, wenn sie die Verantwortung für ihr Leben noch mehr selbst in die Hand nehmen würden. Manche schaffen das nicht, sie haben die Hoffnung und Zuversicht verloren. In schwierigen Situationen hilft es mir, mir dieses Zitat zu vergegenwärtigen und vorzusagen: „Steh auf, nimm Dein Bett und geh!“ Das gibt mir immer wieder Kraft und Zuversicht.
Sprichwörtlich ist es einfach gut seine Bedenken, Widerstände und unguten Gefühle, wie eine Trage unter den Arm zu nehmen, aufzustehen, auf das zugehen, was ich mir vorgenommen habe. Bleib nicht liegen auf dem Bett deiner Begründungen, warum du das jetzt nicht tun kannst. Hör einfach auf den Impuls Jesu. Du wirst sehen: Es geht!
Sie setzen sich mit Ihrer Stiftung besonders für Kinder und Jugendliche ein, die keinen ausreichenden Zugang zu Bildung haben. Warum liegt Ihnen gerade diese Zielgruppe so am Herzen?
Markus Berghahn: Bildung ist der Schlüssel zum Erfolg! Geld kommt und geht, aber Bildung ist das Kapital, auf dem junge Menschen aufbauen können. Gerade ein Teil der Jugend und der Menschen mit Behinderung schaffen den Anschluss an die gesellschaftliche Mitte nicht mehr aus eigener Kraft – diese Menschen dürfen wir aber nicht zurücklassen, ohne ihnen Chancen zu eröffnen. Auch sie haben wertvolle individuelle Fähigkeiten, wahre Schätze, die entdeckt und gefördert werden müssen.
Ich selbst komme aus so genannten „kleinen“ Verhältnissen, bin mit Menschen mit Behinderung aufgewachsen und durfte immer wieder Handreichungen und Hilfestellungen erfahren, die mich letztendlich weitergebracht haben. Benachteiligte Kinder und Jugendliche, zum Beispiel, sollen im Lernen gefördert werden. Dabei ist Hilfe zur Selbstentwicklung ein zentrales Anliegen. Neben Grundfertigkeiten wie Lesen, Schreiben, Rechnen und einem breit gefächerten Allgemeinwissen sind mir Herzensbildung und Mut sowie die Achtung demokratischer und christlicher Werte sehr wichtig. Ich bin überzeugt davon, dass solchermaßen beruflich und persönlich qualifizierte Menschen wesentlich dazu beitragen können, Leid zu verhindern, Frieden zu stiften und Grundrechte zu wahren. Das kommt dann auch wieder anderen Menschen zugute.
Sie sind überzeugt, dass Wissen der größte Garant gegen Armut, Krieg und Extremismus ist. Können Sie erläutern, wie Sie zu dieser Überzeugung gekommen sind?
Markus Berghahn: Bildung, Fähigkeiten und Selbstentwicklung macht sie stark. Damit befähigen wir sie, sich eine eigene unabhängige Meinung bilden zu können, nicht nur dem Mainstream zu folgen und immun gegen populistische Botschaften.
Ihr Engagement ist von christlichen Werten geprägt. Welche Rolle spielt der Glaube für Ihr Handeln und Ihre Entscheidungen als Stifter?
Markus Berghahn: Ich bin im katholischen Glauben verwurzelt. Ich glaube an die Auferstehung nach dem Tod und schätze besonders die Seligpreisungen der Bergpredigt. Durch mein Engagement möchte ein kleines bisschen zum Salz der Erde beitragen. Drei Aspekte sind mir besonders wichtig:
Dankbarkeit
Zum einen waren es Gedanken von Albert Schweitzer, die mich seit meiner Schulzeit geprägt haben. Schweitzer sagt sinngemäß in einem Text im Lesebuch 65, dass es viele Menschen gibt, die uns auf dem eigenen Lebensweg, ohne dass sie es wissen, weiterhelfen. Solche, mit denen wir vielleicht nie ein Wort gewechselt haben oder die man nur vom Erzählen her kannte. Doch sie haben Einfluss ausgeübt und ließen unser Herz oft brennen. Wenn es uns nun gelingen würde, ihnen unseren Dank auszusprechen, so ist Schweitzer überzeugt, würde es in der Welt mehr Sonne und Kraft zum Guten geben. Ist es da nicht angeraten, uns und andere, zu motivieren, „aufzustehen“ und diese unausgesprochene Dankbarkeit zu einer ausgesprochenen werden zu lassen? Dankbarkeit macht mich demütig und glücklich!
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Der zweite Aspekt ist religiös und auch menschlich. Wir leben in einer Überflussgesellschaft, auf der „Sonnenseite“ des Lebens. Das ist für mich eine Gnade. Materiell brauchen wir in der Regel gar nicht so viel. In einem persönlichen Gespräch sagte mir Anselm Grün, dass uns alles auf Erden nur geliehen ist, auch wenn wir es käuflich erworben haben, wir können nichts mitnehmen. Dankbar zu sein bedeutet für mich als Christ dann, diesen Überfluss zu teilen und nicht nur materiell. Sondern auch sein Wissen, seine Werte und Erfahrungen weiterzugeben und zu vermitteln, dass Materielles allein nicht glücklich macht.
Hoffnung und Zuversicht
Der dritte Aspekt sind Hoffnung und Zuversicht. Ich glaube an die Wirkmächtigkeit des Heiligen Geistes. Glauben heißt aber auch nicht wissen. Václav Havel, der letzte Präsident der Tschechoslowakei und erste Präsident der Tschechischen Republik sagte mal, „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht“.
Wie würden Sie den folgenden Satz fortsetzen? „Gebet ist für mich …“
Markus Berghahn: Gebet ist für mich Gott in allen Dingen zu finden; den Alltag zu bewältigen und mit meinem Herrgott im ständigen Austausch und Zwiegespräch zu sein.
Ich danke für das Gespräch.
Hinweis der BGHDUS Stiftung – Wissensstiftung:
Schon mit kleinen Beiträgen kann man helfen. „Dafür zählt jeder Euro“. Statt Spenden liegen der BGHDUS Stiftung – Wissensstiftung Zustiftungen noch mehr am Herzen, die das Stiftungskapital erhöhen und nicht verbraucht werden. Dadurch kann mit diesem Geld auf Dauer nachhaltig geholfen werden. Spenden und Zustiftungen kommen zu 100 % an und sind wegen der anerkannten Gemeinnützigkeit von der Lohn- und Einkommensteuer absetzbar. Auch ein Testament oder Vermächtnis zugunsten der Stiftung ist gelebtes Mitgefühl.







