Ein neues Jahr liegt vor uns, 365 unbeschriebene, noch nicht gelebte Tage.
Was erwartet uns an Schönem und Schwierigen in diesem Jahr?
Welche kleinen und großen Wendungen wird es in der Weltgeschichte und in unserem eigenen Leben geben? Gut, dass wir das alles im Vorhinein nicht wissen und somit nicht alles planbar und berechenbar ist.
In jedem Jahresanfang liegt die Einladung, sich einzustimmen und einzulassen auf das, was kommt – und was Gott für uns bereit hält.
Hermann Hesse hat dafür in seinem Gedicht „Stufen“ diese so oft zitierten und doch immer wieder beeindruckenden Worte gefunden:
„… und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben.“
In unserer sich so schnell verändernden Zeit fragen wir nach Konstanten, nach dem, was bleibt, wennsich alles wandelt. Das Leitwort für den Neujahrstag sagt dazu:
„Jesus Christus, gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.“ (Hebräerbrief 13, 8)
Das ist aber keineswegs statisch gemeint, sondern vielmehr eine Einladung für dieses Jahr, Gott selbst, an unsere Seite zu nehmen und mit ihm durch das Jahr zu gehen. Das bedeutet nicht, dass immer alles einfach und bequem sein wird, aber Gott selbst möchte uns die Zuversicht geben, dass nichts zufällig oder sinnlos geschieht.
Für das Jahr 2026 lautet die Jahreslosung: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5).
Der Text dieser Losung stammt aus dem letzten Buch der Bibel, der sogenannten Offenbarung des Johannes. Dieser Bibeltext wird traditionell auf Johannes zurückgeführt, der ihn während seiner Verbannung auf der Insel Patmos verfasste. In jener Zeit waren Christinnen und Christen Verfolgung durch das Römische Reich ausgesetzt.
Die Jahreslosung lenkt den Blick zunächst auf Gottes Handeln: Er ist es, der Neues schafft, selbst dort, wo Menschen an Grenzen stoßen oder festgefahren sind. Zugleich lädt sie dazu ein, diesem Wirken Gottes Raum im eigenen Leben zu geben. Das kann bedeuten, sich von alten Gewohnheiten zu lösen, neue Wege zu wagen oder Beziehungen erneuern zu lassen, im Vertrauen darauf, dass Gott der Ursprung allen Neuanfangs ist.
Vor uns liegen 365 Tage, denen wir mit Zuversicht begegnen sollen, die für uns und für diese Welt – trotz allem, was verkehrt in ihr ist – zum Segen werden können und an denen wir selbst zum Segen werden dürfen. Bleiben Sie gut von Gott behütet und gesegnet in diesem neuen Jahr – an jedem neuen Tag!








