Ob Zeitung, Fernsehen oder Smartphone: überall erreichen uns Schreckensmeldungen. Kriege, Naturkatastrophen, Wirtschaftskrisen, Gewalt. Es scheint oft, als gäbe es kaum noch eine Nachricht, die keine Angst macht, sondern Hoffnung schenkt. Viele Menschen, die sich mit Gebetsanliegen an mich wenden, schreiben mir, dass sie beim täglichen Blick auf die Schlagzeilen regelrecht Beklemmung oder gar Angst spüren. Und doch wollen wir nicht die Augen verschließen:, denn Wegsehen wäre keine Lösung. Aber wie sollen wir umgehen mit dieser Dauerflut an Sorgen?
Angst ist eine natürliche Reaktion
Zunächst einmal sind Ängste absolut menschlich. Sie schützen uns und machen uns wachsam. Wenn Nachrichten uns bedrücken, zeigt das, dass unser Herz reagiert. Wir sind keine abgestumpften Zuschauer, sondern empfindsame Wesen. Und genau darin liegt schon ein erster Hinweis: Gott hat uns ein Herz geschenkt, das berührt wird. Auch wenn die Angst schwer wiegt, sie ist Ausdruck unserer Lebendigkeit.
Die Gefahr der Dauerangst
Problematisch wird es, wenn die Angst unser Denken, Fühlen und Handeln bestimmt. Wenn wir uns lähmen lassen und der Blick für das Gute, das Schöne, das Hoffnungsvoll bleibt, verloren geht. Dauerangst engt ein, sowohl innerlich als auch äußerlich. Sie nimmt uns den Mut und die Freude am Leben.
Halt im Glauben finden
Hier setzt der Glaube an: Er nimmt uns nicht die Realität der Krisen, aber er schenkt uns einen größeren Horizont. Jesus selbst sagt: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“ (Johannes 16,33). Diese Zusage trägt. Sie bedeutet nicht, dass alles Leid sofort verschwindet, sondern dass Gott stärker ist als das Dunkel, das uns bedrängt.
Praktische Schritte aus der Angst
- Begrenzen: Nicht jede Nachricht müssen wir lesen oder sehen. Es darf Pausen geben.
- Einordnen: Fragen wir uns: Ist das eine Schlagzeile oder ein wirklicher Wendepunkt?
- Beten: Sorgen dürfen wir Gott überlassen – in einem kurzen Stoßgebet oder in stiller Fürbitte.
- Handeln: Manchmal hilft es, selbst aktiv zu werden – für Frieden, für Nächstenliebe, für Solidarität.
Der Blick auf das Gute
Neben all den dunklen Nachrichten geschehen täglich unzählige kleine Wunder: Menschen helfen einander, Nachbarschaften rücken zusammen, Freiwillige engagieren sich, Kinder lachen. Das meiste davon wird nie eine Schlagzeile. Aber es existiert – und es trägt. Wer aufmerksam hinschaut, entdeckt die leisen Zeichen der Hoffnung.
Ein Glaube, der trägt
Glaube ist kein Zauberspruch gegen Angst. Aber er schenkt eine innere Mitte, die nicht jede Schreckensmeldung erschüttern kann. Wer sein Herz auf Gott richtet, gewinnt eine Perspektive, die über das Hier und Jetzt hinausweist. Die Welt ist nicht nur Chaos, sie ist auch Schöpfung. Und wir sind nicht allein, sondern gehalten in Gottes Hand.








