Haben Sie Gott schon einmal gespürt?

Gott spüren

Vor einigen Monaten stellte mir eine Frau im Zusammenhang mit ihrem Gebetsanliegen eine Frage, die mich sehr persönlich berührt hat: „Haben Sie Gott schon einmal gespürt?“

Ich habe mit Ja geantwortet. Aber wie erklärt man so etwas? Wie beschreibt man etwas, das sich jeder rationalen Beweisführung entzieht und doch so real ist?

Das kosmische Hintergrundrauschen

Ich stelle mir Gott oft ein wenig so vor wie das kosmische Hintergrundrauschen im Universum – den Nachhall des Urknalls, der bis heute tatsächlich existiert und wissenschaftlich nachgewiesen ist. Man kann ihn nicht mit den menschlichen Ohren hören, und doch ist der Nachhall da. In ähnlicher Weise erlebe ich Gott: nicht sichtbar, nicht greifbar, aber dennoch allgegenwärtig.

In meinem Leben gab es zwei Momente, in denen dieses Spüren für mich ganz besonders deutlich war.

Der Umzugswagen

Der erste ereignete sich vor über 30 Jahren beim ersten gemeinsamen Umzug mit meiner Frau. Ich saß allein im gemieteten Umzugswagen, beladen mit den letzten Kisten, unterwegs zur neuen Wohnung nach Düsseldorf. Aus heiterem Himmel überkam mich plötzlich ein Gefühl tiefer Freiheit, großer Geborgenheit und unendlicher Freude. Es war, als sei ich für einen kurzen Moment ganz von Gottes Liebe umfangen. Ich weiß noch, dass mir der fast unglaubliche Gedanke kam, ich könnte das Lenkrad loslassen – in dem tiefen, ruhigen Vertrauen, dass der Herr den Wagen lenkt.

Natürlich habe ich das Lenkrad nicht losgelassen 😉, aber dieses innere Wissen und diese Sicherheit haben sich mir bis heute unauslöschlich eingeprägt.

Der Traum und seine Folgen

Das zweite Mal habe ich Gott im Zusammenhang mit der Entstehung meiner Website „Ich bete für dich!“ gespürt. Am Anfang stand ein Traum, den ich im Nachhinein als einen Fingerzeig des Herrn sehe: In diesem Traum klingelte ich an einer Haustür, eine alte Dame öffnete und sagte zu mir: „Schön, dass Sie kommen, um für meinen schwerkranken Mann zu beten.“

Dieser Traum ließ mich nicht mehr los. Über Monate hinweg begleitete er mich, bis ich ihn schließlich vor über fünf Jahren im Internet mit dieser Website Wirklichkeit werden ließ.

Danach geschahen so viele Dinge, bei denen ich tief in mir wusste: Das habe ich mir nicht ausgedacht, das ist mir geschenkt worden. Die Website war online, und ich fragte mich, wie sie überhaupt bekannt werden sollte. Nur wenige Tage später meldete sich der WDR und fragte an, ob man zum Tag des Gebets über das Projekt berichten dürfe.

Ebenfalls lesenswert
Nobody is Perfect – eine befreiende Wahrheit!

Diese Sendung löste ein erstes großes Echo aus. Die Kanzlei, die ich um eine rechtliche Prüfung gebeten hatte, erledigte dies „auf Kosten des Hauses“. Eine andere Firma bot mir an, die Website kostenlos auf ihren Servern zu hosten. Und daneben waren es auch unzählige kleine Steine, die scheinbar im Weg lagen und die oft auf wundersame Weise verschwanden.

Zwei Arten des Spürens

Ich muss zugeben, dass dieses zweite Spüren nicht so überwältigend und eindeutig war wie das erste Erlebnis im Umzugswagen. Aber es war immer getragen von der beständigen Gewissheit: Er ist da. Er geht mit. Und er wirkt – meist im Hintergrund – aber zuverlässig.

Vielleicht ist Glauben für mich genau das: kein Wissen im mathematischen Sinn, aber auch keine bloße vage Hoffnung. Eher ein Vertrauen in dieses „Hintergrundrauschen“, das alles durchzieht, selbst dann, wenn ich es gerade nicht deutlich wahrnehme.

Und Sie?

Die Frage dieser Frau hat mich weiter beschäftigt. Ich ahne, dass viele Menschen ganz ähnliche Gedanken und Zweifel bewegen. Deshalb möchte ich die Frage heute an Sie weitergeben:

Haben Sie Gott schon einmal gespürt?

War es ein überwältigendes Erlebnis wie bei mir im Umzugswagen? Oder war es eher ein leises, beständiges Wissen, eine Ahnung von seiner Gegenwart? Vielleicht waren Sie sich auch nicht sicher, ob das, was Sie erlebt haben, wirklich Gott war – oder nur ein schöner Zufall?

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir Ihre Gedanken und Erfahrungen per E-Mail mitteilen möchten. In einem späteren Beitrag werde ich auf einige der Antworten eingehen – natürlich anonym, also ohne Ihren Namen zu erwähnen.

Denn manchmal hilft es, zu hören, dass andere Menschen ähnlich empfinden. Dass wir mit unseren Fragen und unserem Suchen nicht allein sind.

Ihre Gedanken und Erfahrungen

❤️ Möchten Sie jemandem diesen Beitrag zukommen lassen? Dann teilen Sie ihn gerne – per E-Mail oder in Ihren Netzwerken: