Zurzeit scheint alles im Wandel zu sein.
Was heute noch als richtig und wahr gilt, kann morgen schon wieder überholt sein. Beschlüsse werden in atemberaubendem Tempo gefasst, verkündet – und oft nur kurze Zeit später wieder zurückgenommen oder angepasst. In kürzester Frist werden Entscheidungen über Milliardenbeträge getroffen, als wäre es das Normalste der Welt. Alles wirkt flüchtig, provisorisch, kaum greifbar.
Ich möchte mir nicht anmaßen, all diese Entwicklungen in ihrer Tiefe zu beurteilen oder zu behaupten, ich wüsste es besser. Doch manchmal fühle ich mich von dieser Schnelllebigkeit beinahe überrollt – und genau dann tut es gut, mich an eine andere Stimme zu erinnern: an die kleine, unscheinbare Botschaft des Propheten Jesaja 40,8. Sie erinnert mich daran, dass es neben all dem, was sich ändert, auch etwas gibt, das bleibt. Etwas, das nicht vergeht, nicht ständig neu bewertet und hinterfragt werden muss.
In unserer Kirche wird mir das manchmal besonders deutlich, wenn ich auf die Antependien schaue – jene farbigen Tücher, die vor Altar und Kanzel hängen. Sie begleiten den Lauf des Kirchenjahres, wechseln ihre Farben je nach Festzeit und Stimmung. Und doch tragen sie, vor allem das Antependium an der Kanzel, eine immer gleiche, beständige Botschaft. Die Farben wechseln, aber die Worte bleiben:
„Das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich.“
Dieser Satz ist für mich wie ein ruhiger Anker inmitten der Wellen des Alltags. Während draußen die Schlagzeilen im Minutentakt wechseln und uns die Nachrichten in Unruhe, manchmal sogar in Stress und Panik versetzen, darf ich mich an diese Zusage halten. Sie ist nicht laut und spektakulär – aber sie ist verlässlich.

Vielleicht wollen auch Sie sich heute einen Moment Zeit nehmen, um an Jesajas Worte zu denken. An das, was bleibt, wenn alles andere ins Wanken gerät. Ich bin überzeugt: Es macht einen Unterschied – nicht unbedingt an den Umständen, aber an der Art, wie wir ihnen begegnen.
Ich wünsche Ihnen von Herzen eine gesegnete Zeit!








