Akku leer!

Pfarrer Jürgen Hoffmann Akku leer

oder: Warum es wichtig ist, immer wieder seine Kraftquellen aufzuladen

Ich fotografiere gern, aber trotzdem lag meine Kamera, von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, längere Zeit ungenutzt in der Fototasche. Aber dann kam sie mit einem Mal wieder. Ein Ausflug stand an und ich ahnte, dass dies eine gute Möglichkeit sein könnte, endlich die Kamera wieder hervorzuholen und mitzunehmen. Zur Sicherheit habe ich beide Akkus noch einmal über Nacht ins Ladegerät gepackt, denn es gibt nichts schrecklicheres, als dass man keine Bilder machen kann, weil die Batterie leer ist. Ich wähnte mich mit zwei Akkus also auf der sicheren Seite – und erlebte eine wirkliche Enttäuschung, als ich die Kamera anschalten wollte. Es tat sich nämlich ganz einfach: Nichts. Der erste Akku gab kein Lebenszeichen von sich und der zweite auch nicht.

Was war passiert?

Ich glaube, man nennt es „Tiefenentladung“, wenn ein Akku lange Zeit nicht gebraucht wird, sich entlädt – und sich dann, wenn er zu lange leer war, einfach nicht mehr aufladen lässt.

Mir kommt der Gedanke, dass es mit uns doch ganz ähnlich ist. Wenn wir unseren „Akku“ nicht immer wieder aufladen, müssen wir uns nicht wundern, wenn uns irgendwann die Akku Kraft ausgeht, die Reserven aufgebraucht sind. Es gibt so vieles, das uns gegenwärtig Kraft kostet. Da braucht es eine gute Selbstfürsorge. 

Dieser Vers aus Psalm 36 ist für mich so etwas wie eine Ladestation:

„Bei dir, Gott, ist die Quelle des Lebens.

In deinem Licht sehen wir das Licht.“ (Psalm 36 Vers 10)

Die Quelle steht als Bild oder Symbol für den nie versiegenden Lebensstrom, für die unerschöpfliche Kraft Gottes, aus der immer und immer wieder das Wasser des Lebens selbst fließt. Zurück zu den Quellen oder eben zu einen Quelle: zu Gott. Ankommen, Auftanken, neue Kraft schöpfen. Wo könnten wir das besser, als bei Gott selbst.

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Und wie wunderbar, dass sich in ihm Quelle und Licht verbinden. Beides steht für die Ressourcen, die wir zum Leben brauchen, die wir in uns haben und die wir nur immer wieder aufladen müssen, damit sie nicht irgendwann versiegen.

Ich lade Sie heute ein, sich ein inneres Bild vorzustellen:

Eine Quelle, aus der frisches, lebendiges Wasser quillt. Und dann gehen Sie selbst an diese Quelle, schöpfen mit ihren Händen, trinken von dem erfrischenden Wasser und lassen es in sich wirken.

Gott möchte nicht, dass wir über die Grenzen unserer Kraft hinausgehen, aber er möchte uns immer wieder neu mit seiner Kraft füllen. Jeden Tag.

Und so wünsche ich Ihnen im kommenden Monat eine Zeit voller Frische, Licht und Segen!

P.S.: Heute habe ich einen neuen Akku gekauft. Ich nehme mir vor, besser auf ihn aufzupassen.

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