Wenn Sorgen zur Last werden

Sorgen abgeben

Alle eure Sorge werft auf ihn; denn er sorgt für euch.
1. Petrus 5,7

Dieser kurze Vers ist eine der tröstlichsten Zusagen der Bibel. Petrus schreibt an Christen, die unter Verfolgung und Anfeindung leiden, die Angst haben und nicht wissen, wie es weitergeht. In diese Situation hinein spricht er ein Wort, das bis heute Menschen Halt gibt: Ihr dürft eure Sorgen abgeben.

Das Bild des Werfens

Das griechische Wort, das hier mit „werfen“ übersetzt wird, ist kraftvoll und aktiv. Es meint nicht ein vorsichtiges Hinlegen oder zaghaftes Abgeben. Es bedeutet: Wirf es weg von dir! Lass los! Entledige dich dieser Last mit einer entschiedenen Bewegung.

Dieses Bild lädt uns ein, uns die Sorge wie einen schweren Rucksack vorzustellen, den wir viel zu lange geschleppt haben. Wir dürfen ihn nicht nur kurz abstellen, um gleich wieder nach ihm zu greifen, sondern wir dürfen ihn wirklich abwerfen, ganz weit weg von uns. Gott fordert uns geradezu auf: Gib mir das! Trag das nicht länger selbst!

Alle Sorgen abgeben

Petrus sagt nicht: „Werft einige eurer Sorgen auf ihn“ oder „die großen Sorgen“. Er sagt: „Alle eure Sorge“. Das schließt nichts aus. Die Existenzangst gehört dazu, aber auch die kleinen, nagenden Alltagssorgen. Die Sorge um geliebte Menschen, die Zukunftsangst, die finanzielle Not, die Einsamkeit, die gesundheitlichen Ängste – alles darf vor Gott gebracht werden.

Oft tragen wir manche Sorgen deshalb weiter mit uns herum, weil wir denken, sie seien zu unbedeutend für Gott oder wir sollten sie „als Christen“ doch selbst bewältigen können. Doch Petrus macht deutlich: Es gibt keine Hierarchie der Sorgen vor Gott. Was dich belastet, interessiert ihn.

Denn er sorgt für euch

Die Begründung ist einfach und gewaltig zugleich: „Denn er sorgt für euch.“ Das griechische Wort für „sorgen“ bedeutet hier: sich kümmern um, Fürsorge tragen für jemanden. Gott ist nicht gleichgültig. Er übernimmt nicht nur passiv unsere Lasten, sondern er sorgt aktiv für uns.

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Diese Fürsorge Gottes ist nicht an Bedingungen geknüpft. Er sorgt für uns nicht, weil wir es verdient hätten oder weil wir besonders fromm wären. Er sorgt für uns, weil er uns liebt. Weil wir ihm wichtig sind. Weil er will, dass wir nicht unter der Last unserer Ängste zerbrechen.

Warum fällt das Loslassen so schwer?

Obwohl diese Einladung so klar ist, fällt es uns oft unglaublich schwer, unsere Sorgen wirklich abzugeben. Manchmal, weil wir meinen, sie selbst kontrollieren zu müssen. Manchmal, weil wir Gott nicht wirklich zutrauen, dass er sich kümmert. Manchmal, weil uns das Sorgen so vertraut geworden ist, dass wir gar nicht wissen, wie ein Leben ohne diese Last aussehen könnte.

Petrus lädt uns ein, es trotzdem zu versuchen. Immer wieder. Auch wenn wir die gleichen Sorgen schon hundertmal abgegeben und wieder aufgenommen haben – Gott ist geduldig. Er lädt uns jeden Tag neu ein: Wirf es auf mich.

Eine tägliche Übung

Vielleicht kann dieser Vers zu einer täglichen Übung werden: Am Abend im Gebet bewusst vor Gott zu bringen, was uns belastet hat. Es auszusprechen oder aufzuschreiben – und dann symbolisch loszulassen. Gott, ich werfe das jetzt auf dich. Ich vertraue darauf, dass du dich kümmerst.

Das bedeutet nicht, dass alle Probleme sofort verschwinden. Aber es kann bedeuten, dass wir nachts ruhiger schlafen, weil wir wissen: Ich muss das nicht allein tragen. Jemand sorgt für mich.

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